Cana Bilir-Meier
This makes me want to predict the past, 2019
Super8 Film, 16 min., s/w
und Frottagen Olympia-Einkaufszentrum, 2019
Kreide-Frottagen 

 

Die Frottagen der Künstlerin, Kunstvermittlerin, Aktivistin und Kuratorin Cana Bilir-Meier im Olympia Einkaufszentrum (OEZ) München sind versehen mit wie Schlagzeilen wirkenden Versen. Die Verse geben eine auf den Kopf gestellte Welt in Gedichtform wieder, in Fragmenten verschiedener, meistens unsichtbarer Teile einer Welt. Einer Welt, wie die des Olympia Einkaufszentrums in München. 

Sind Sie Münchner*in? Waren Sie bereits im OEZ?
Ja? Warum?
Nein? Warum denn noch nicht?

Mit den beiden Arbeiten, den bunten Kreide-Frottagen und dem schwarzweißen Super8 Film widmet sich Cana Bilir-Meier der Erinnerung an den rassistisch motivierten Anschlag im Olympia Einkaufszentrum in München am 22. Juli 2016. 

Bei dem Anschlag wurden neun vor allem junge Menschen, manche von ihnen noch Kinder, ermordet. Fünf weitere wurden durch Schüsse verletzt. Sämtliche Opfer des OEZ-Anschlags hatten einen interkulturellen Hintergrund und damit auch interkulturelles Wissen. 

In ihrer künstlerischen Praxis greift Cana Bilir-Meier oft zur Methode der Überlappung. Die sich überlappenden Bilder stehen für das Erinnern und damit für Wissensproduktion, denn Erinnern ist eine Voraussetzung für (historisches) Wissen. Mit dieser Arbeit geht Cana Bilir-Meier einem lebenden und verkörperten Wissen nach: dem Wissen junger Leute und ihrer Codierungen. 

OEZ — ein auch nach dem Anschlag beliebter Treffpunkt junger Münchner*innen. Ein Ort, wo sich Münchens Bevölkerung, statistisch gesehen, vielleicht am authentischsten zeigt: jung und migrantisch. Die Frottagen stammen aus verschiedenen Ecken des OEZ. Die Verse einzelner Frottagen sind der Kommentarleiste des YouTube-Kanals des Schwarzen US-amerikanischen Musikers, Komikers, Regisseurs, Autors und Filmregisseurs Donald Glover alias Childish Gambino zu seinem Videoclip Redbone entnommen. Die Kommentare werden in Überlappung mit den Abdrucken verschiedener Nischen aus dem OEZ-Gebäude zu Versen, aber gleichzeitig bleiben sie auch das, was sie ursprünglich waren: Statusprofile, Meinungen, Stimmen der Menschen, die im Netz (der Träume) vor allem durch „creeping“ sichtbar werden. Indem andere Leute und damit eine (Gegen)Öffentlichkeit diese Statusnachrichten wahrnehmen, wird ihre Realität mit der der Autor*innen der Kommentare überlappt. Es überschneiden sich Erfahrungen verschiedener Menschen, Räume, Architekturen und Teilen dieser Welt. Dadurch laufen nicht nur verschiedene Wahrnehmungen der in sich komplexen und oft unversöhnlicher Realität zusammen. So wird ein Betongebäude zur Spur der Erinnerung an die Träume der jungen Menschen, die wegen rassistischer Gewalt ihre Welt nicht mehr als anders träumen und gestalten können. 

Die Arbeiten von Cana Bilir-Meier laden die Betrachter*innen zu einem gemeinsamen Evozieren eines möglichen historischen (Gegen)Wissens ein, jenseits der Schlagzeilen, die die Erinnerung an den OEZ-Anschlag zu einem „Unfall” verknappen. Wie jüngst der Mord an neun Menschen in Hanau, die NSU Morde und unzählige andere rassistisch motivierte Anschläge in Deutschland zeigen, und was fast alle Menschen mit interkulturellen Wurzeln berichten: Rassismus gehört zum Alltag und zum kulturellen Code, in welchem wir erzogen und sozialisiert werden. Rassismus ist nicht das Ergebnis des Tuns verwirrter Einzeltäter*innen. 

Rassismus wird strukturell erlernt, weitergegeben und praktiziert. Rassismus im Alltag zu erkennen, vor allem, wenn man persönlich nicht davon betroffen ist, ist nicht einfach. Wir haben vermutlich schon alle einmal jemanden durch rassistische Gesten, Bemerkungen oder Fragen verletzt. Das macht uns nicht unbedingt zu schlechten Menschen. Aber was, wenn wir uns als Menschen, als eine Gemeinschaft, eine Gesellschaft weigern, denjenigen, die von Rassismus-Erfahrungen berichten, zuzuhören? Uns zu weigern, ihre Erfahrungen anzunehmen und uns nicht anzustrengen, dass sich ihre Erfahrungen ändern?

Angesichts der Maßnahmen gegen SARS Covid-19, die einerseits die Verletzbarkeit des öffentlichen Lebens ganz vom Neuem definieren und andererseits wieder einmal die Schere zwischen „arm und reich“, „Mann und Frau,“ „Künstler*in oder Selbstständige*r und Angestellte*r“, „Europa verschiedener Geschwindigkeiten“, einer Welt von „global South“ und „peripherem Norden“ noch breiter ziehen, möchten wir im Dialog mit der Arbeit Das bringt mich dazu, die Vergangenheit vorhersagen zu wollen darüber reden, was es auch während und nach der „Krise“ zu bekämpfen heißt: Rassismus. Und wie wichtig in der Bekämpfung dessen und seiner Folgen das Zuhören, Anerkennen und Freundschaft sind. 

EIN ÜBERLAGERTES GESPRÄCH

zwischen Katja Kobolt und Cana Bilir-Meier

Katja Kobolt: Die Zeichnung, die Frottage, macht mir ein Gefühl, als ob ich barfuß auf einem Flokati-Teppich laufen würde. Allerdings sind nur die grünen Fäden weich; die violetten durchdringen eher drahtmäßig die Weiche des grünen Teppichs und meine Sohlen. Das, vor allem in Kombination mit der Aufschrift „Das bringt mich dazu, mir die Probleme meiner Therapeut*innen anhören zu wollen“, bringt mich dazu, über Kindheit nachzudenken, meine Kindheit, die meiner Freundin und die meiner Kinder. 

Obwohl meine Kindheit alles andere als märchenhaft war, lief ich da in vielerlei Hinsicht doch auf Gepolstertem. Ich gehörte zur Mehrheitsgesellschaft. Mich hat man nicht, wie man das bei meiner besten Freundin Azra machte, mit „Ausländerin“ beschimpft. Ich wurde nicht bestraft, wenn ich mich deswegen mit meinen Mitschülern, die Azra mit „Ausländerin“, „Bosnierin“ ’ bewarfen, prügelte. Azra wurde schon bestraft, wenn sie sich mit Prügelei wehrte. Mir, einer Akademiker-Tochter, schrieben Lehrer*innen gerne fette Einser oder Zweier ins Zeugnis. Sie schlugen mich gerne für Stipendien oder als Moderatorin des schulischen kulturellen Programms vor, auch wenn ich früh, genauso wie Azra, mit aufreizenden Klamotten und Schminke experimentiert habe. Das MTV-Frauenbild der späten 1980er und 1990er Jahre war schon prägend für mich und Azra. 

Azra brachte sich selbst Singen bei, so dass sie später zur exponiertesten Blues-Frontwoman Sloweniens geworden ist. Ich konnte nie singen. Azra brachte sich über MTV und Oprah Winfrey ein so perfektes Englisch bei, dass sie sich mindestens zehn Jahre ihres Lebens durch Übersetzungsarbeit finanzieren konnte. Ich sage immer noch „lightner“ statt „lighter“ zum Feuerzeug, was meine Kolleg*innen gerne bestätigen können. 

Azra brachte sich selber Make-up-Kunst bei, so dass sie gerade um die Welt reist und aufstrebende Make-up-Künstler*innen lehrt. Statt Künstlerin wurde ich zur Kuratorin und Kunstvermittlerin, da brauche ich nämlich keine ausgeprägte Feinmotorik. 

Azra wurde für kein Stipendium ausgewählt. Azra konnte erst vor kurzem ihr Abitur nachholen. Sie war in der Schule früher einfach nicht gut genug. Weder in Musik, noch in Kunst, noch im Englischen.

Wenn man nicht zu „Mehrheitsgesellschaft“ gehört, dann stolpert man über andere Probleme als die angebliche „Mehrheit“. Dabei ist es wichtig, den Begriff „Mehrheit“ vom „Zahlen-Mathe“ abzukoppeln und diesen durch „soziales Mathe“ zu verstehen. Auch wenn in manchen Altersgruppen hierzulande Menschen mit Migrationshintergrund teilweise bereits in der Mehrheit sind, werden sie immer noch als „Minderheit“ definiert. Das wird unter anderem daran deutlich, wenn es zur „Zwei- oder Mehrsprachigkeit“ kommt. Diese wird immer noch als Ausnahme, ja sogar als Mangel angesehen. Bereits die Bezeichnung „nicht deutsche Herkunftssprache-Schüler*innen“, die in deutschen Schulen verwendet wird, deutet die Mehrsprachigkeit als ein Defizit. Mein Sohn, dreisprachig, in München geboren, hat bei anonymen Deutschtests in der Schule immer die höchste Punktzahl erreicht. Sein Übertrittszeugnis wurde ihm trotzdem mit den Worten überreicht: „Du sprichst aber für einen Ausländer ein erstaunlich gutes Deutsch.“ Etwas später wurden mir seine Deutschkenntnisse als „unzulänglich“ beschrieben. 

Und wieder einmal werden die grünen Borsten des Teppichs spürbar. Wieder einmal muss ich sie selber nicht unmittelbar spüren. Ich spüre aber, dass Laufen auf den drahtigen Borsten wehtut. Das tut mir weh. 

Cana Bilir-Meier: Bei dem Satz ‚Das bringt mich dazu, mir die Probleme meiner Therapeut*innen anhören zu wollen’ muss ich an meine Mutter Zühal Bilir-Meier denken. Sie ist Kinder- und Jugendlichentherapeutin und eine der ersten türkischsprachigen Therapeutinnen in München. Noch bis heute leistet sie bedeutende Community- und Empowering-Arbeit. Ihre Patient*innen sind zu 90 Prozent People of Color, und Menschen mit Migrationshintergrund sowie Menschen, die Rassismus erleben. Sie begleitet Familien und ihre Kinder und erlebt tagtäglich, wie struktureller Rassismus, Klassismus und andere Diskriminierungserfahrungen Kinder und Jugendliche benachteiligen. 

Rassismus kann Traumata auslösen und ernsthafte Folgen haben. Eine Therapie selber kann diese Mechanismen reproduzieren, wenn den Personen ihre Erfahrungen und Erlebnisse abgesprochen und sie nicht ernst genommen werden. Umso wichtiger, dass Therapeut*innen diskriminierungssensibel und kritisch arbeiten. 

Freund*innen of Color machten auch nach dem rassistischen Anschlag in Hanau im Februar 2020 traumatische Erfahrungen. Sie trauten sich nicht mehr, bestimmte Orte zu besuchen, und wurden von Alpträumen verfolgt. Wenn Therapeut*innen diese realen Ängste nicht ernst nehmen, kann eine Therapie selber zum Trauma werden. Was können sonst sichere Orte des Vertrauens sein, wenn nicht dort?

Ich kann mich erinnern, während des NSU-Prozesses im Strafgericht München: Es war der Tag, als Betroffene und Überlebende des rassistischen Nagelbomben-Anschlags in Köln von 2004 sich äußerten. Eine Person sprach, wie sich ihr Leben nach dem Anschlag verändert hatte und erzählte auch, dass sie zu mehreren Therapeut*innen gegangen ist, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Keiner der Therapeut*innen nahm die Sorgen ernst, noch akzeptierten sie die rassistische Kontinuität und die Tat, sondern rieten dem Betroffenen, es nicht zu ernst zu nehmen. 

Die Forderungen nach Therapeut*innen of Color werden leider in der weißen Mehrheitsgesellschaft kaum gehört. Freund*innen mit Rassismus-Erfahrungen berichten mir, wie schwer es ihnen fällt, sich weißen Therapeut*innen zu öffnen. Ich kann ihre Angst und ihre Bedenken gut verstehen. Das Problem ist, dass weiß Sein die Norm darstellt, welches sie aber nicht ist und dass die Erfahrungen und Geschichten von Menschen mit Rassismus-Erfahrungen ausgeblendet werden, in den Forschungen, in den Lehrbüchern und an Ausbildungsstätten.

Die Schwarze Schriftstellerin, Dozentin, Künstlerin und Psychologin Grada Kilomba schreibt dazu: „Dass wir die Traumata von People of Color nicht als solche benennen, liegt daran, dass die Geschichte der rassistischen Unterdrückung und ihre psychologische Auswirkung innerhalb des westlichen Diskurses bisher vernachlässigt wurden.“ Auch heute sei das noch so.

Letztes Jahr, in 2019, hat sich in Deutschland der Verbund Rassismuskritische Psychotherapie, Psychologie und Beratung gegründet und wichtig wäre es, dass weiße Therapeut*innen ihre eigenen Positionen und Privilegien kritisch hinterfragen. In den Ausbildungsstätten sollten rassismuskritische sowie intersektionale Diskriminierungserfahrungen zu Klassismus, Antisemitismus oder Transphobie u.ä. als Grundlagen von Lehrinhalten angeboten beziehungsweise zum Pflichtfach werden.

Cana Bilir-Meier: Wer entscheidet, wie Erinnerung oder Gedenken aussieht? „Erinnern heißt verändern“, heißt es bei Initiative 19. Februar Hanau, zu ihrer Eröffnung eines Erinnerungs- und Begegnungsraumes in der Innenstadt von Hanau. Am 19.02.2020 wurden in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Der Raum, gegründet von Aktivist*innen und Betroffenen, ist ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen, für Solidarität und Aufklärung. „Wo sind die staatlichen Gelder und finanziellen Unterstützungen?“, schreibt die Aktivistin Fatma Ercan online, denn dieser Raum wird nur durch Spenden aus der Bevölkerung und einzelner Menschen eröffnet und finanziert. 

Wenn wir über Rassismus sprechen, dann müssen wir die Betroffenen in den Vordergrund stellen. Wie Ibrahim Arslan, Opfer und Überlebender des rassistischen Anschlags in Mölln 1992 und politischer Aktivist, sagt: „Opfer sind nicht Statisten, sondern Hauptzeugen der rassistischen Verbrechen!”

Wenn erinnert wird, dann müssen es die Betroffenen und die Angehörigen sein, die entscheiden sollten, wie das Erinnern und das öffentliche Gedenken gestaltet werden soll. Das ist sehr wichtig, sonst reproduzieren sich strukturelle Probleme. 

Wenn Diskriminierungserfahrungen nicht als Wissen anerkannt werden, besteht die Gefahr, dass Betroffene gar nicht erst gehört werden, oder dass andere Leute, die die Erfahrung nicht selber gemacht haben, stattdessen für sie oder über sie sprechen, oder, noch schlimmer, ihnen Rassismus-Erfahrungen sogar absprechen.

 Wenn wir über Rassismus sprechen, dann müssen wir diesen gemeinsam mit anderen Diskriminierungserfahrungen denken, wie z.B. Sexismus, Klassismus oder Antisemitismus. Wenn wir nur über das eine sprechen, dann besteht die Gefahr, das andere auszublenden, denn Aspekte der Diskriminierung überschneiden und bestärken sich. Dieser Gedanke wird in der Wissenschaft und in Diskursen zur Intersektionalität genannt. Zum ersten Mal beschrieben hat dies die Schwarze Denkerin Kimberlé Williams Crenshaw 1989 in einem wissenschaftlichen Artikel. 

Dennoch können wir versuchen, die Perspektive des Gegenübers zu verstehen und solidarisch zu sein – das müssen wir sogar. Aber die Erfahrung – mit Körper und Geist – macht nur der- oder diejenige, der oder die es selbst erlebt hat.

Es sind rassistische Zuschreibungen, die darüber entscheiden, ob Menschen in Seenot gerettet werden, ob Familien zusammenleben dürfen, ob Gefangene in deutschen Knästen in Todesgefahr sind, ob Kinder nachts ruhig schlafen oder aus Angst vor nächtlicher Abschiebung kein Auge zubekommen, ob eine Zugfahrt, die Eröffnung eines Geschäftes oder ein Spaziergang zum tödlichen Risiko werden…

Rassismus beleidigt, erniedrigt und tötet täglich.

Wer wird in der Geschichte repräsentiert und wie? Wer ist sichtbar in der Geschichtserzählung und wer nicht? Wem hören wir zu und wem nicht?

Mich interessieren diese verborgenen, vielfältigen Perspektiven. Es sind diese, die widerständig sind.

Kunst ist dabei ein Werkzeug für mich, um über die individuellen und kollektiven Realitäten nachzudenken. Trotzdem muss über eine Repräsentationsfunktion hinausgegangen und auch strukturell gearbeitet werden. Wenn wir die Kunsträume jetzt als Beispiel nehmen, dann ist es sehr wichtig, dass migrantische, indigene, lesbische, queere, trans-Künstler*innen und Künstler*innen of Color mehr Sichtbarkeit bekommen. Jedoch muss sich das bei Institutionen auch in (personellen) Strukturen und in Entscheidungsprozessen widerspiegeln. Wer sitzt an welcher Stelle und hat welche Jobs? An Universitäten oder Schulen würde das bedeuten zu hinterfragen, welches Wissen anerkannt und gelehrt wird, in welcher Sprache gesprochen wird, wer unterrichtet etc.

 Zitat aus einem Interview des Kollektivs „We are sick of it“: „Es ist für uns wichtig zu fragen, was überhaupt als Kunst anerkannt wird. Welche Codes und welche Kontexte, Narrative und Diskurse muss das Werk reproduzieren, um als Kunst verstanden zu werden? Es fängt schon damit an, dass man sich fragen muss: Wer ist überhaupt in der Lage, an einer Kunstuni aufgenommen zu werden und Teil dieses Kanons zu werden? Welche Formen von Kunst werden als solche anerkannt, was muss sie für Referenzen haben, welche Ästhetiken bedienen? Das reproduziert schon sehr viele Ausschlussmechanismen.

Wenn Künstler*innen zum Beispiel auf indigene Wissensproduktion zurückgreifen und mit Materialien wie Textilien arbeiten, wird das in einem westlichen, eurozentrischen Kunstkontext oft nicht verstanden, so dass dieser Art von Kunst auch keine Ressourcen abbekommen. Es gibt Millionen weiterer Beispiele, bei denen dieser ganze Kreislauf institutioneller Glaubwürdigkeit, für den auch Preise und Stipendien wichtig sind, eine große Rolle spielt. Es ist ein extrem elitärer, Ausschlüsse produzierender Kontext.” 

Für mich als Künstlerin und Kunstpädagogin haben diese Fragen auch einen persönlichen Bezug, weil das Migrantische ein Teil meiner (Familien-)Geschichte ist. Ich habe diesen Zugang und dieses Wissen – und das ist es auch, was mich interessiert. Meine Arbeiten stellen Geschichten und Biografien dar, die sich mit migrantischen Lebensweisen auseinandersetzen, die in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht oder kaum sichtbar sind. In der Schule etwa habe ich nichts zur Geschichte der „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik gelernt. Ich habe mir das alles durch Interviews und Gespräche mit meiner Familie angeeignet. Daraus entstanden Fragen wie: Warum sind meine Großeltern in den 1960ern nach Deutschland (Kiel) gekommen?

Unter Erinnern ist nicht nur das Zurückschauen und die Zusammenfassung eines Lebens zu verstehen. Biographische Prozesse sind ein ständiges Erzählen des eigenen Lebens in der Gegenwart, bei dem Bilder des Vergangenen, des Gegenwärtigen und Zukünftigen zu einer biographischen Konstruktion zusammenfügt werden. Diese Konstruktion hat einerseits etwas individuell Fiktives und somit Geheimnisvolles, andererseits geht es um Fragen, die gesamtgesellschaftlich von Bedeutung sind. Wer hat die Macht zu sprechen und wer wird gehört?

Katja Kobolt: „Die Covid-19 Pandemie und ihre Bekämpfung werden alles, ALLES ändern!“, wird täglich beschworen. Ja, das werden sie. „Die Pandemie ist eine große Chance, die strukturellen Probleme, die zur Pandemie führten, anzugehen.“ Ja, das wäre sie.

Wäre ist aber eben nur wäre. Konjunktiv II. Der wird im Deutschen verwendet, so brachte ich mir mühsam bei, wenn wir über etwas sprechen (wollen), das zurzeit nicht möglich ist. Tatsache ist nämlich, dass die Covid-19-Maßnahmen die Schere zwischen „arm und reich“, „Mann und Frau,“ „Künstler*in oder Selbstständige*r und Angestellte*r“, „Europa verschiedener Geschwindigkeiten“, einer Welt von „global South“ und „peripheren Norden“ (der sich jedoch für den Bauchnabel, das Herz und vor allem das Gehirn der Welt hält) nur noch breiter gezogen haben. Manche können sich Isolation materiell, räumlich, zeitlich, arbeitstechnisch und psychisch leisten. Andere müssen sich mit der liberalen Freiheit des sich-Ansteckens und Sterbens anfreunden. Wiederum andere müssen sich vom mächtigen Staat beschützen lassen durch Ausgangssperren, komplettes Kontaktverbot und ohne öffentliche Subventionen. Covid-19 wird überall anders gehandhabt. Nur bei manchen Maßnahmen fragt man sich: Wovor sollen die einen denn beschützen?

Wenn durch eilige Gesetze, die ohne eine öffentliche Debatte verkündet werden, in Schutzgebieten Heizwerke entstehen sollen (z.B. gerade in Slowenien), bringt uns das näher zum „one health“, dem einzigen Weg, die Pandemien zu stoppen? Nein!

Homeschooling soll vor einem Lernausfall schützen. Nur kann von einem Elfjährigen, meinem Sohn, erwartet werden, er bringe sich Latein-Perfekt von einem Arbeitsblatt selber bei? Nein! Aber zumindest brauchen wir keine Spargel zu pflücken, das wäre doch schließlich vergeudete zerebrale Energie des peripheren Nordens. Dieser, sofern bis irgendwo in der Mitte platziert und durch Zugehörigkeit zur Mehrheitsgesellschaft gesegnet, wäre doch überqualifiziert, um globale Hände, Arme oder Beine fürs schwere Arbeiten spielen zu müssen. 

Seht euch doch die Frottagen an: Die Ebenen sind eben nicht eben.

This makes me want to end things I haven’t started yet.

Katja Kobolt: Geduld ist eine Tugend, ich musste mich immer darin üben. Ausdauer ist komischerweise eine ganz andere Nummer. Um in und mit der Kunst zu arbeiten, braucht man Ausdauer. Die hatte und habe ich (prinzipiell). Nur um Ausdauer über zu können, braucht man viel Zeit. Die wurde für mich seit der Geburt meines ersten Sohnes weniger. Mit dem zweiten noch weniger. Mit Covid-19 fühlt sie sich an, die Zeit, wie Prometheus Leber. Die Leber, die dafür sorgt, dass ein Körper, ein Lebewesen, ein Mensch mit Gift fertig wird, und nicht anders herum. Wird sie, die Leber, morgen wieder wachsen? 

Cana Bilir-Meier: Stuart Hall sagt im Film The Stuart Hall Projekt von John Akmofrah, dass er, wenn er gefragt wird, woher er stammt, oder wer er ist, mit einer langen Erzählung beginne. Eine Geschichte bzw. eine Konversation, die nie aufhört, also eine „unfinished conversation“. Denn für ihn ist Identität und Ethnizität nichts Fixes. So denke ich auch über diesen Satz, ‘This makes me want to end things I haven’t started yet.’ Das gilt auch für die Konstrukte Identität und Biographie, eigentlich ist es eine unendliche und unabgeschlossene Konversation oder etwas, das nie zu Ende ist und fluid … oder wie das Konstrukt von Gender Binaritäten und ihrer Auflösung: „the future is non-binary“.

 

kunst-netz-werk im Gespräch mit Cana Bilir-Meier

Wie kam es zu dieser Arbeit, und wie siehst du diese vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise?

Die Arbeit „Frottagen Olympia-Einkaufszentrum München“ ist Teil der filmischen Arbeit This Makes Me Want to Predict the Past, ein 16 min, Super8 Film, bei dem es unter anderem um den rassistischen Anschlag in München am OEZ von 2016 geht und um zwei junge Frauen, Aleyna Osmanoğlu und Sosuna Yildiz, die sich eine utopische freie Welt imaginieren.

Erstmal ist es für mich problematisch, von einer „gegenwärtigen Krise“ zu sprechen, denn wer oder was markiert es als eine Krise? Die weißeprivilegierte Mehrheitsgesellschaft bzw. der Globale Norden macht es zur Krise und benennt das, was war, als „Normalität“. Ich finde das schwierig. War die Situation davor nicht auch schon „krisenhaft“ für Migrant*innen, Geflüchtete, Schwarze Menschen, Trans*, Non-Binary, Queere Personen, Jüdi*innen, Romnja* und Sintezzi* etc.? Die Normalität, so wie sie für den Globalen Norden aussieht, funktioniert auf Kosten der Ausbeutung des Globalen Südens. „We can’t go back to normal because normal was not working“, heisst es auf einem Graffiti in Hongkong, das ich online gefunden habe. „Normal“ wird benützt als Werkzeug, um Schwarze Menschen, Migrant*innen, People of Color und Marginalisierte Menschen mundtot zu machen, schreibt der/die Schwarze Denker*in und Performance Artist Faris Cuchi Gezahegn. Außerdem betont Faris Cuchi Gezahegn, dass die „normale“ Form des Lebens eben diese Ungerechtigkeiten erst produziert hat, und Menschen zum Beispiel dazu zwingt, auf der Straße zu leben, oder Menschen an den europäischen Außengrenzen ermordet werden, Wälder im Amazonas brennen oder Geflüchtete in Camps eingesperrt und getötet werden. Nichts sollte dahin zurückkehren, wie es vorher war, weil es nicht funktioniert hat. Und vielleicht wird es eben nur deswegen als jetzige „Krise“ empfunden, weil einige Menschen vorher durch ihre Privilegien nie davon betroffen waren und dies ausgeblendet haben. 

Wie reagierst du auf diese besondere Zeit?

Von welcher besonderen Zeit spricht diese Frage? Für mich ist es etwas undeutlich und schwierig zu beantworten, denn ich empfinde, dass diese Frage für jede Person aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven anders gestellt werden könnte und aufgefasst wird. Für mich, als Person mit einer deutsch-türkischen und alevitischen Migrationsbiographie, war die Zeit „davor“ auch „besonders“. Eins von vielen Beispielen ist die Zeit nach dem rassistischen Anschlag von Hanau im Februar 2020. Ich konnte Nächte danach nicht schlafen, es weckte Traumata auf und zeigte die rassistische Kontinuität in der deutschen Gesellschaft, denn auch ich und meine Familie sind von Rassismus betroffen. Warum wird dies nicht als „besondere“ Zeit empfunden und wo ist da die Solidarität? Weshalb jetzt nur bei Covid-19? Was unterscheidet dies von einem rassistischen Anschlag oder den Waldbränden im Amazonas in Brasilien? Für mich sind der Klimawandel, der Kapitalismus, das Patriarchat oder der Kolonialismus (vieles weitere mehr) genauso Krisen und Viren auf der Welt, die vor allem auch gemeinsam gedacht werden müssen.

Aber ich nehme die reale Gefahr auf den Körper und die globalen Veränderungen durch das Virus Covid-19 sehr ernst, denn es bedroht viele Menschen und betrifft Regionen auf der Welt unterschiedlich. Und ich finde es wichtig, dies zu berücksichtigen, denn die Ignoranz gegenüber dem Virus und seinen Auswirkungen verschleiert und reproduziert Rassismus, Klassismus oder Ableismus.

Ich halte mich an die Regeln und Hygienevorschriften, denn ich bezweifle die Ernsthaftigkeit der Lage nicht und die tödlichen Folgen des Virus nicht. Ich finde es schlimm, dass die sogenannten „Risikogruppen“ nicht als Expert*innen in dieser Zeit oder auch generell anerkannt werden, denn sie sind es, die mit diesen Situationen Strategien entwickelt haben, darunter Isolation, finanzielle Schwierigkeiten oder Einschränkungen im Alltag. Die Journalistin und Wissenschaftlerin Rebecca Maskos schreibt seit vielen Jahren über das Thema Behinderung, aus der Perspektiven der Behindertenbewegung und der Disability Studies.Sie hinterfragt zu Recht, wer denn mit der sog. „Risikogruppe“ in Coronazeiten gemeint ist und wer zu dieser Gruppe gehört. Wer macht diese Unterteilung? Maskos beschreibt, dass es problematisch ist, Menschen zu „anderen zu machen“, auch genannt als sog. „Othering“ Sie schreibt: „Ich plädiere auch dafür, dass wir das Coronavirus als eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft sehen, was nur mit einer solidarischen Herangehensweise bewältigt werden kann.“ https://www.ndr.de/kultur/kunst/niedersachsen/Ableismus-ist-etwas-was-alle-Menschen-erleben,gleichstellung190.html

Für mich ist es politisch nicht eine andere Zeit in dem Sinne, dass ich das erste Mal über all diese Fragen nachdenke. Trotzdem bemerke ich auch selber, wie ich vieles dazu lernen muss, zum Beispiel zum Thema Ableismus. Trotzdem ist es weder eine Zeit, die in mir eine tiefe Panik oder Angst schürt, denn die eigentlichen Katastrophen sehe ich als viel tiefer verankert an, und ich mache mir tagtäglich Gedanken, wie ich in einem System (über)leben kann, meine Ressourcen so gut es geht verteilen kann und gemeinschaftlich und verantwortungsvoll gegenüber allen Menschen handeln kann. Konkret, eine Maske zu tragen und meine Hände zu waschen, damit ich auch das Leben anderer schütze, nicht nur mein eigenes. Was mich besorgt ist, dass die Pandemie Covid-19 Diskriminierungen verstärkt, die es vorher schon gab. Trotzdem ist es wichtig zu betonen, dass auch ich privilegiert bin: Ich habe genug Geld, mir Essen zu kaufen, ich habe ein Dach über dem Kopf und ich bin eine junge, able cis-Frau, die keine Kinder hat, das heißt, ich werde auf vielen Ebenen nicht diskriminiert und bin privilegiert. Und ich muss nicht in einem Job arbeiten, bei dem ich den Gefahren des Virus ausgesetzt bin und daran sterben könnte. Meine Eltern haben studiert und ein regelmäßiges Einkommen und sie haben mich während meiner Jugend und Kindheit unterstützt. Wir sind durch die Intersektionalität alle unterschiedlich von Diskriminierungen betroffen.

Ich möchte auch die Kamapagne „Campagain 4 Emergency“ erwähnen, die Freund*innen von mir ins Leben gerufen haben. Bei der Kampagne geht es darum, Communities weltweit finanziell und durch Ressourcen zu unterstützen. Das Geld geht an die Menschen, die am meisten von der Pandemie Covid-19 betroffen sind, denn der Virus trifft uns nicht alle gleich. Die Gruppe besteht aus anti-rassistischen Aktivist*innen, vor allem aus der Dominikanischen Republik, Brasilien, Nigeria, Äthiopien, Deutschland und Bolivien, die in Europa leben. Sie betonen, dass für marginalisierte Gruppen die politischen Konsequenzen der Pandemie die größten Auswirkungen hat. Es geht vor allem darum, dass solidarisch Sein bedeutet, Ressourcen neu zu verteilen und zirkulieren zu lassen.

Zusätzlich möchte ich auch betonen, dass der Blick des Globalen Nordens auf den Globalen Südens auch in der Corona Zeit gezeigt hat, wie stark die Kolonialen Denkmuster und Ideologien weiter bestehen. Der Autor und Journalist Demba Sanoh beschreibt in seinem wichtigen Artikel „Wer braucht hier Hilfe? Ungleiche Machtverhältnisse und Überlegenheitsanspruch: Wie Covid-19 das Bild Afrikas im Globalen Norden in Frage stellt“ dass die medizinischen Grundvoraussetzungen in Afrika zwar anders sind aber die Eindämmung des Virus viel schneller funktionierte. Vor allem auch durch den Umgang mit Ebola sind viele Staaten widerstandsfähiger und Krisenresistenter als z.B. Europa.

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1136825.afrika-wer-braucht-hier-hilfe.html

Was gibt dir Kraft und Hoffnung?

Ich praktiziere Self-Care, das heisst, dass ich neben meiner Arbeit als Kunstpädagogin und Künstlerin versuche, mich auch so gut es geht, mental und körperlich zu stärken. Deswegen gehe ich joggen, meditiere und versuche mich weitgehend gesund zu ernähren. Ich vernetzte mich mit meinen Freund*innen und stärke mich in meinen Communities. Dies hat mir schon immer Kraft und Hoffnung gegeben und wird es auch weiterhin tun. Weiterhin schätze ich es gute Bücher, Texte, Musik, Podcasts oder Filme von Menschen zu lesen, hören oder anzuschauen die mir helfen die komplexen politischen Geschehnisse besser zu analysieren und darauf zu reagieren wie z.B. von Octavia Butler, Sara Ahmed, Linda Tuhiwai Smith, Pedra Costa, Fatma Aydemir, Tupoka Ogette, bell hooks, Gloria Anzaldua, Wanuri Kahiu, Ave Duvernay um nur einige zu nennen.  

Was wünschst du dir für die Gesellschaft nach der Krise?

Genau das, was ich mir „vorher“ auch gewünscht habe: Eine solidarische, anti-kapitalistische, klimafreundliche, queere, demokratische, anti-rassistische und feministische Gesellschaft. Und dass es endlich klar wird, dass es nicht eine Krise ist, in der wir uns jetzt befinden, sondern dass wir in einer Dauerkrise leben und weiterhin leben werden, wenn wir uns nicht jetzt und heute für eine bessere, radikalere Gesellschaft einsetzen, diese imaginieren und in die Tat umzusetzten durch radikale Solidarität, Ressourcenverteilung und Re-zirkulation (siehe „Campagain 4 Emergency“). Dazu braucht es auch Utopien, denn durch diese erst kann das System in Frage gestellt werden.

Ich möchte zum Abschluss die indigene Schauspielerin und Aktivistin Kay Sara zitieren: „Unser Unglück begann, als die Spanier und Portugiesen in unser Land kamen. Zuerst kamen die Soldaten, dann kamen die Geistlichen. Mit den Europäern kamen die Krankheiten zu uns. Millionen starben. (…) Und vor einigen Wochen also kam die nächste Krankheit aus Europa zu uns: Corona. Vielleicht haben Sie davon gehört, dass in Manaus, der Hauptstadt des Amazonas, die Krankheit besonders schrecklich wütet. (…) Es ist für euch also Zeit zu schweigen. Es ist Zeit, zuzuhören. Ihr braucht uns, die Gefangenen eurer Welt, um euch selbst zu verstehen. Denn die Sache ist so einfach: Es gibt keinen Gewinn in dieser Welt, es gibt nur das Leben.“ (https://taz.de/Online-Eroeffnungsrede-der-Wiener-Festwochen/!5682371/)

Cana Bilir-Meier lebt und arbeitet in München und Wien als Künstlerin, Filmemacherin und Kunstpädagogin. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste und der Schule für unabhängigen Film Friedl Kubelka in Wien sowie an der Sabancı-Universität in Istanbul. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Fragen nach sozialer, kultureller, emotionaler sowie struktureller Teilhabe und Gleichberechtigung. Hierfür nutzt sie Medien wie Film, Zeichnung, Performance oder Audio. Sie interessiert sich für nicht erzählte oder ausgeblendete Geschichte(n) migrantischer Lebenswelten in privaten und öffentlichen Archiven und hinterfragt die Zugänge zur Wissensproduktion in unserer Gesellschaft. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt; u.a. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen (2020/2014), Kunstverein in Hamburg (2019), Public Art Munich (2018), Programm Parlament der Körper der documenta 14 Kassel (2018), Tensta Konsthall Stockholm (2017), Kunsthalle Wien (2017), Ankara International Film Festival (2016) und an vielen weiteren Orten. 2019 Bayerischer Kunstförderpreis, 2018 ars viva Preis, und 2016 Birgit-Jürgenssen-Preis Wien.

Dr. Katja Kobolt arbeitet als freie Kuratorin, Kunstvermittlerin, Autorin und Dozentin. Sie konzipierte und organisierte zahlreiche Kunstausstellungen und -Veranstaltungen europaweit u.a. City of Women Festival, Ljubljana; 54. October Salon, Belgrad; Living Archive Zagreb, Sarajevo, Wien, Ljubljana, Stockholm; N * A * I * L * S hacks*facts*fictions, Berlin, München; Corneous Stories, Ljubljana etc.)  In München, seit einigen Jahren ihre Wahlheimat, engagierte sie sich im Aktionsraum und Kunstprojekt Der Fahrende Raum, im Kunstraum der Landeshauptstadt München Lothringer13 Florida, und sie initiierte und kuratierte eine Ausstellung mit Forum zur Postmigrationsgesellschaft no stop non stop in der Lothringer13 Halle. Sie promovierte an der LMU München zu feministischen Kanonisierungsmodellen und ist Mitbegründerin des transnationalen feministischen kuratorischen Kollektivs Red Mined. Sie schreibt über Kunst, Literatur, Leben und Feminismus und lehrt (u.a. an der HU zu Berlin und UDK Berlin, aktuell an der LMU München)

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